Deutscher Kinderschutzbund Bundesverband e.V.
20.06.2013

Familienförderung muss gerechter werden!


Bündnis KINDERGRUNDSICHERUNG fordert weiterhin ein gerechtes und transparentes familienpolitisches Gesamtkonzept

Berlin, 20.06.2013 Die Bundesregierung hat heute einen politischen Bericht zur Gesamtevaluation der ehe- und familienbezogenen Leistungen veröffentlicht. Für die Bundesregierung wirken die vielfältigen Leistungen gut, dies sei auch Ergebnis der Evaluation. Laut Bundesfamilienministerin Schröder sind die Leistungen allerdings kompliziert, teilweise nicht transparent und verursachen hohe Bürokratiekosten und viel Aufwand.

Der Deutsche Kinderschutzbund Bundesverband e.V. fordert daher im Bündnis KINDERGRUNDSICHERUNG eine sozial gerechte Kindergrundsicherung von 536 Euro pro Monat ein, die sich am steuerlichen Existenzminimum orientiert und gewaltige Bürokratiekosten einspart. Durch die Besteuerung schmilzt die Kindergrundsicherung je nach Einkommen der Eltern langsam ab. Familien mit keinem oder nur geringen Einkommen erhalten so mehr Geld, das für die Versorgung der Kinder nötig ist. Familien mit hohem Einkommen werden dagegen wie bisher entlastet. So sieht gerechte und transparente Familienförderung aus!

Von den 200 Mrd. Euro Familienleistungen kann nur gut ein Viertel als wirkliche Familienförderung betrachtet werden. Aber diese Summe unterstützt Familien mit Kindern nicht zielgerichtet. Der Förderdschungel muss so gelichtet werden, dass in Zukunft keine soziale Schieflage entsteht. Dabei dürfen Geldtransfers und der Ausbau flächendeckender Kinderbetreuung nicht gegeneinander ausgespielt werden: Familien
und Kinder brauchen beides.

Bei höheren Kinderfreibeträgen - wie die Bundesregierung sie fordert – wird die soziale Ungerechtigkeit weiter verschärft. Dies gilt auch für die Ausweitung des Ehegattensplittings in ein Familiensplitting. Aufmerksamkeit und Zuwendung für Kinder kompensieren nicht die ökonomische Situation, wie die Ministerin uns heute weismachen wollte. Gerade arme Kinder benötigen auch höhere Geldtransfers.

Im Bündnis KINDERGRUNDSICHERUNG fordern acht Verbände und zehn Wissenschaftler/innen seit 2009 einen Paradigmenwechsel bei der Familienförderung (www.kinderarmut-hat-folgen.de).

« zurück
Ticker
    

Web-Angebote

Mediathek