Deutscher Kinderschutzbund Bundesverband e.V.
29.04.2015

15 Jahre gewaltfreie Erziehung – Deutscher Kinderschutzbund zieht kritisch Bilanz


Berlin, 29. April 2015. 15 Jahre nach Verabschiedung des Gesetzes zur Ächtung von Gewalt erleben Kinder immer noch Gewalt. Der Deutsche Kinderschutzbund Bundesverband e.V. (DKSB) bekräftigt daher anlässlich des morgigen Tages der gewaltfreien Erziehung (30. April) seine Forderung, die Kinderrechte endlich im Grundgesetz zu verankern. Nur so werden den Interessen des Kindes in Gesellschaft, Politik und Verwaltung Vorrang gewährt.

Seit 15 Jahren haben Kinder in Deutschland ein Recht auf gewaltfreie Erziehung.
Körperliche Bestrafungen, seelische Verletzungen und andere entwürdigende
Maßnahmen sind unzulässig. „Bis dahin war es ein langer Weg“, weiß Heinz
Hilgers, Präsident des Deutschen Kinderschutzbundes. „Erst im Jahre 2000 hat
der Deutsche Bundestag das Gesetz zur Ächtung der Gewalt im Paragraph 1631
Absatz 2 des Bürgerlichen Gesetzbuches verabschiedet – 11 Jahre nach
Unterzeichnung der UN-Kinderrechtskonvention.“ Inzwischen haben 48 Länder
Körperstrafen in der Erziehung untersagt.

„Wir haben mit diesem Gesetz in Deutschland zwar schon viel erreicht, müssen
aber weiter dranbleiben“, mahnt DKSB-Präsident Hilgers. „Kinder sind weiterhin
von Gewalt und Vernachlässigung betroffen, davon zeugen die steigenden Zahlen
in Bezug auf Inobhutnahmen sowie Fremdunterbringungen“, stellt er kritisch fest.
Der Deutsche Kinderschutzbund fordert daher, die Kinderrechte endlich im
Grundgesetz zu verankern. „Nur so werden den Interessen des Kindes in
Gesellschaft, Politik und Verwaltung Vorrang gewährt“, betont Hilgers.

Der DKSB hat viele Angebote entwickelt, um Eltern Wege aufzuzeigen, wie
Konfliktsituationen in der Familie gewaltfrei gelöst werden können. Hierzu zählen
unter anderem das erfolgreiche Elternbildungskonzept Starke Eltern – Starke
Kinder®, Angebote im Bereich Gewaltprävention, Frühe Hilfen sowie
Beratungsstellen.

Der DKSB ruft seit 2004 zum Tag der gewaltfreien Erziehung auf. Er soll Eltern
darin unterstützen, ihre Erziehungskompetenz zu stärken und den Kinderrechten
in der Familie Geltung zu verschaffen. Der Tag der gewaltfreien Erziehung erinnert
aber auch daran, dass die gesamte Gesellschaft die Verantwortung für ein
gesundes Aufwachsen aller Kinder trägt.

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