Deutscher Kinderschutzbund Bundesverband e.V.
10.09.2015

Aus Willkommenskultur muss Integrationspolitik werden


Berlin, 10. September 2015. Angesichts der aktuellen Flüchtlingssituation fordert der Deutsche Kinderschutzbund (DKSB) Bundesverband e.V. einen nationalen Aktionsplan für eine nachhaltige Integrationspolitik für Kinder und ihre Familien auf der Flucht. Im Zentrum der Forderungen stehen neben einer Förderung der Integration auch Sicherheit und Schutz. DKSB-Präsident Heinz Hilgers hat die zwölf Eckpunkte am heutigen Donnerstag bei einer Bundespressekonferenz vorgestellt.

Jeden Tag kommen tausende Einwanderer nach Deutschland, mehr als ein Drittel von ihnen sind Kinder. Die jüngste Geschichte zeigt, dass mehr als die Hälfte der einmal zu uns gekommenen Einwanderer hier bleibt. „Das von der Bundesregierung vorgelegte Konzept ist vor diesem Hintergrund völlig unzureichend und unterfinanziert“, kritisierte DKSB-Präsident Heinz Hilgers. „Aus Willkommenskultur muss eine nachhaltige Integrationspolitik werden. Dazu bedarf es eines nationalen Aktionsplans.“ Zur Herstellung gleicher Lebensverhältnisse sei dieser durch den Bund zu finanzieren und in Zusammenarbeit mit Ländern und Kommunen umzusetzen, so Hilgers weiter.

Aus Sicht des DKSB benötigen die kommunalen Entscheidungsträger zunächst eine aktualisierte Datengrundlage zur Planung einer bedarfsgerechten Infrastrukturpolitik in Form einer neuen gemeindescharfen Prognose zur demografischen Entwicklung. Des Weiteren brauche Deutschland ein nationales Wohnungsbauförderungsprogramm von jährlich mindestens 350.000 Neubauwohnungen, um für alle ausreichend bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Damit gehe unter anderem die Schaffung weiterer Kindertagesplätze und Schulen einher.

„Zudem sind die Kompetenzen der Einwanderer zu nutzen, indem auch sie für ehrenamtliches Engagement gewonnen werden. So erfahren sie Wertschätzung durch Teilhabe“, betonte Hilgers. Ihnen müsse so früh wie möglich Selbstständigkeit ermöglicht werden. Ein wichtiger Baustein sei hierfür Arbeit.

„Wenn diese Maßnahmen vorausschauend ergriffen werden und die staatliche Gemeinschaft aus Bund, Ländern und Gemeinden das große ehrenamtliche Engagement der Bevölkerung aufnimmt“, so der DKSB-Präsident, „kann es gelingen, dass aus den Leistungsempfängern der ersten Wochen und Monate Leistungsträger werden, die unser Land weiterbringen.“

Der DKSB bietet bundesweit spezielle Angebote und Projekte für Kinder und ihre Familien auf der Flucht an und leistet damit praktische Arbeit vor Ort. Das Spektrum reicht von Willkommensfesten über Sprachkurse und Beratung, Spiel-, Sport- und Kulturangeboten bis hin zu Traumatherapie und Informationsveranstaltungen für Bürgerinnen und Bürger.

Alle zwölf Eckpunkte, eine Übersicht der Projekte und Aktionen im DKSB sowie weitere Informationen zum Thema finden Sie hier.

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