Deutscher Kinderschutzbund Bundesverband e.V.
28.04.2017

Prävention wirkt doch! Landespressekonferenz Nordrhein-Westfalen mit DKSB-Präsident Heinz Hilgers


Düsseldorf, 28. April 2017. Im aktuellen Wahlkampf kritisieren die Oppositionsparteien, dass das Projekt „Kein Kind zurücklassen!“ wirkungslos sei. Insbesondere wird darauf verwiesen, dass die Kinderarmut in Nordrhein-Westfalen trotzdem gestiegen sei, was die Wirkungslosigkeit des Projekts nachweise. Zur Versachlichung der Diskussion stellen DKSB-Präsident Heinz Hilgers und Martina Hermann-Biert, Leiterin des Fachbereiches Jugend, Schule, Soziales und Wohnen der Stadt Dormagen, am heutigen Freitag konkrete Zahlen und Entwicklungen in der Stadt Dormagen sowie deutschlandweite Erkenntnisse zur Entwicklung der Kinder- und Jugendhilfe in der Landespressekonferenz NRW vor.

Heinz Hilgers, Präsident des Deutschen Kinderschutzbund Bundesverbandes e.V. (DKSB): „Kommunale Präventionsprojekte und Landesprogramme wie ‚Kein Kind zurücklassen!‘ können die aktuelle Kinderarmut nicht vermindern. Dazu muss die verfehlte Familienförderung des Bundes endlich vom Kopf auf die Füße gestellt werden.“ Familien, die aufgrund ihres hohen Einkommens den Spitzensteuersatz zahlen, erhalten durch den steuerlichen Kinderfreibetrag einen Steuervorteil von 290 Euro, während das Kindergeld 192 Euro beträgt. Insgesamt leistet die Familienförderung keinen Beitrag zur Armutsverminderung. „Kommunale Präventionsprojekte haben allerdings nur zum Ziel, die Folgen von Kinderarmut zu vermindern und damit einen Beitrag dazu zu leisten, dass Kinderarmut nicht automatisch von Generation zu Generation vererbt wird.“, so Hilgers weiter.

Die Stadt Dormagen ist als Modellkommune Vorreiter für das Projekt „Kein Kind zurücklassen!“ und verzeichnet seit Jahren große Erfolge. Martina Hermann-Biert, Leiterin des Fachbereiches Jugend, Schule, Soziales und Wohnen der Stadt Dormagen betont: „Es ist uns gelungen, vielen Kindern aus armen Familien in Dormagen neue Zukunftsperspektiven zu eröffnen. So sinkt in den sozialen Brennpunkten die Zahl der sprachentwicklungsverzögerten Kinder deutlich, wie die Schuleingangsuntersuchungen nachweisen. Auch Verhaltensauffälligkeiten gehen zurück.“ Außerdem rechnet sich die Präventionsarbeit der Stadt in Dormagen. „Wir konnten die Zahl der Inobhutnahmen mit teuren Kostenfolgen deutlich senken und die Kosten der stationären Unterbringungen spürbar zurückfahren. Dies ist durch eine Ausweitung präventiver Arbeit erreicht worden“, erläutert Hermann-Biert.

Hilgers ruft CDU und FDP auf, ihre Wahlkampfrhetorik gegen diese guten Ansätzen in der Kinder und Familienpolitik einzustellen: „Diese Kritik ist verantwortungslos und gefährdet sinnvolle Projekte.“

Die Pressemitteilung als PDF finden Sie hier.

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